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Lohnsteuerberechnung

Die Berechnung der Lohnsteuer und des Solidaritätszuschlags ist in den alten und neuen Bundesländern völlig identisch. Bei der Kirchensteuer sind die in den einzelnen Ländern geltenden Besonderheiten zu beachten.

Zur Durchführung des Lohnsteuerabzugs benötigt der Arbeitgeber die Lohnsteuerkarte des Arbeitnehmers. Jeder Arbeitnehmer muss also seinem Arbeitgeber eine Lohnsteuerkarte vorlegen. Die Vorlage einer Lohnsteuerkarte kann für Minijobber, Aushilfskräfte und Teilzeitbeschäftigte, für die der Arbeitgeber die Lohnsteuer pauschal, z.B. mit 2 Prozent abführt, entfallen

Legt ein Arbeitnehmer die Lohnsteuerkarte trotz Aufforderung nicht vor, so muss der Arbeitgeber die Lohnsteuer nach der Steuerklasse VI ("teuerste Steuerklasse") berechnen.

Der Arbeitgeber muss entscheiden, welcher Lohnsteuertarif anzuwenden ist. Es gelten nämlich unterschiedliche Lohnsteuertarife, je nachdem, ob der Arbeitnehmer sozialversicherungspflichtig ist oder nicht:
- ist er sozialversicherungspflichtig ("normaler" Arbeitnehmer) gilt der allgemeine Lohnsteuertarif,
- ist der Arbeitnehmer nicht sozialversicherungspflichtig (z.B. Altersvollrentner, GmbH-Gesellschafter-Geschäftsführer) gilt der besondere Lohnsteuertarif.

Ferner ist zu entscheiden, ob es sich um laufenden Arbeitslohn oder sonstige Bezüge (einmalige Zuwendungen) handelt. Dies ist für die Berechnung der Lohnsteuer (auch der Sozialversicherungsbeiträge) von entscheidender Bedeutung, da für sonstige Bezüge (einmalige Zuwendungen) ein besonderes Berechnungsverfahren gilt.

Für die Lohnsteuerberechnung eines Monatslohns wird die so genannte Monatstabelle verwendet.

Der Arbeitgeber hat für die Berechnung der Lohnsteuer vom laufenden Arbeitslohn die Höhe des steuerpflichtigen laufenden Arbeitslohns und den in Betracht kommenden Lohnzahlungszeitraum (Monat, Woche oder Tag) festzustellen. Bevor die Lohnsteuer berechnet wird, sind folgende Freibeträge vom Arbeitslohn abzuziehen:
- Freibetrag
- Altersentlastungsbetrag
- Versorgungsfreibetrag

Bei dem auf der Lohnsteuerkarte eingetragenen Freibetrag hat das Finanzamt die Voraussetzungen geprüft. Beim Altersentlastungsbetrag und beim Versorgungsfreibetrag muss dagegen der Arbeitgeber in eigener Zuständigkeit und Verantwortung überprüfen, ob die Voraussetzungen für den Abzug dieser Freibeträge jeweils erfüllt sind, da diese Freibeträge nicht vom Finanzamt auf der Lohnsteuerkarte eingetragen werden.

Der Abzug der oben genannten Freibeträge gilt jedoch nur für die Lohnsteuer; der Abzug darf nicht bei der Berechnung der Sozialversicherungsbeiträge vorgenommen werden.

Seit 2000 werden auch Hinzurechnungsbeträge auf der Lohnsteuerkarte des Arbeitnehmers eingetragen. Ist dies der Fall, so muss der Arbeitgeber diesen Hinzurechnungsbetrag dem Arbeitslohn hinzurechnen, bevor er die Lohnsteuer berechnet. Für die Sozialversicherung hat ein Hinzurechnungsbetrag übrigens keine Bedeutung.

Nach Abzug der oben genannten Freibeträge bzw. nach Hinzurechnung eines auf der Lohnsteuerkarte eingetragenen Hinzurechnungsbetrags hat der Arbeitgeber die Lohnsteuer für den Lohnzahlungszeitraum zu berechnen, dabei sind die auf der Lohnsteuerkarte eingetragenen Merkmale (Steuerklasse, Zahl der Kinderfreibeträge) zu berücksichtigen.

Ferner ist zu beachten, dass sich die Zahl der auf der Lohnsteuerkarte eingetragenen Kinderfreibeträge nur auf die Höhe des Solidaritätszuschlags und der Kirchensteuer auswirkt, nicht jedoch auf die Höhe der Lohnsteuer.

Der Lohnsteuerermittlung sind jeweils die auf der Lohnsteuerkarte eingetragenen Merkmale zugrunde zu legen, die für den Tag gelten, an dem der Lohnzahlungszeitraum endet. Diese Regelung ist vor allem dann von Bedeutung, wenn sich die Eintragungen auf der Lohnsteuerkarte im Laufe eines Monats ändern.